Die Internationale Walter Serner Gesellschaft (IWSG)
Die Internationale Walter Serner Gesellschaft e.V. ist aus der Berliner Walter Serner Gesellschaft hervorgegangen und wurde zum 80. Todestag Walter Serners am 23. August 2022 in Berlin gegründet. Sie widmet sich dem Andenken und der Erforschung des von den Nazis aufgrund seiner jüdischen Herkunft ermordeten Schriftstellers, Dadaisten und Juristen Dr. jur. Walter Serner. Der Verein hat den Sitz in Berlin, seiner Lieblingsstadt. Walter Serner zu seiner Ankunft in Berlin 1912: „...und fuhr mit dem letzten Goldstück nach Berlin, wo ich mich vierzehn Tage hindurch langeweilte, weil ich nachts schlief. Als ich anfing, es umgekehrt zu halten, amüsierte ich mich drei Jahre dermaßen, dass meine Liebe für diese Stadt ebenso unausrottbar bleibt wir die für ihren Argot.“ Später: „Welche Stadt ich am meisten liebe? Berlin.“ 


Die Internationale Walter Serner Gesellschaft unterstützt die Forschung zu Walter Serner und organisiert Veranstaltungen hierzu. Sie fördert Wissenschaftler, die sich mit Walter Serner beschäftigen, den Austausch zwischen ihnen und Veröffentlichungen zu Walter Serner. Zudem will sie die Erinnerung an Walter Serner wachhalten. Ihr Zweck ist ausschließlich auf die Förderung gemeinnütziger Zwecke ausgerichtet.


Die Internationale Walter Serner Gesellschaft ist vom Finanzamt Berlin als gemeinnützig anerkannt; damit können Mitgliedsbeiträge und Spenden steuerlich abgesetzt werden.


Kontoverbindung (Spenden):

Konto-Inh.: Internationale Walter Serner Gesellschaft e.V.

Bank: Berliner Sparkasse

IBAN: DE71 1005 0000 0191 2269 04

BIC: BELADEBEXXX

Spendenquittung (steuerlich absetzbar) wird gerne erteilt


Mitgliedsbeitrag:

- grundsätzlich: 25 Euro pro Jahr Studierende/Ausbildung/Referendariat: 10 Euro

- Jur. Personen/Institutionen: 100 Euro


Vorstand:

Präsident: Prof. Dr. jur. Andreas Mosbacher

Vizepräsidentin: Dr. phil. Hanna Rollmann-Romanowski

Schatzmeister: Rechtsanwalt Nikolai Venn

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         Vereinssitz

Die Internationale Walter Serner Gesellschaft ist, wie ihr Namensgeber und ihre Mitglieder, überall in Europa zuhause. Eine Meldeadresse in Serners Lieblingsstadt Berlin haben wir trotzdem – seit Kurzem eine neue: Nahe dem Bayerischen Platz, zwischen Ku´damm und Rathaus Schöneberg, sind wir in die Münchener Straße 16, 10779 Berlin eingezogen. Für Serner, der 1912 nicht weit entfernt in der Augsburger Straße lebte, kein unbekanntes Pflaster – seine Geschichte „Philipp will sich rächen“ lässt er hier beginnen: „Philipp blieb auf dem Bayerischen Platz bei der Haltestelle der Trams stehen, pfiff sehr vergnügt ein paar helle Töne, tänzelte leicht hin und her und beobachtete bei alldem mit heimlichem Genuß sich selbst (…)“


An der neuen Adresse fühlen wir uns als Internationale Walter Serner Gesellschaft aber auch deshalb gut aufgehoben, weil im Bayerischen Viertel die Erinnerungskultur einen so hohen Stellenwert hat, wie in wohl kaum in einem anderen Berliner Kiez. Etwa 6.000 der über 50.000 verschleppten und ermordeten Berliner Juden hatten rund um den Bayerischen Platz gewohnt. Von der Münchener Straße sind die Namen von 178 deportieren Einwohner:innen bekannt. Acht von ihnen hatten ihr Zuhause bei „uns“ in der Nummer 16. Für jeden von ihnen sind Stolpersteine vor der Eingangstür in den Boden eingelassen.


Auf der gegenüberliegenden Seite der Münchener Straße stand ab 1909 eine Synagoge. Anders als die meisten anderen Synagogen blieb sie in der Reichspogromnacht am 9. November 1938 wegen ihrer Lage in einem Wohnhaus vom Nazi-Mob verschont. Sie wurde erst 1956 abgerissen. Warum nur – elf Jahre nach dem Untergang der Nationalsozialisten – abgerissen, fragt man sich? Die bittere Antwort gibt eine 1988 angebrachte Tafel: „Nach der Vertreibung und Vernichtung der jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger durch die Nationalsozialisten verlor sie ihre ihre Funktion“. Das Bayerische Viertel galt ab 1943 im Jargon der SS als „judenfrei“.


Seit 1993 erinnern in den Straßen rund um den Bayerischen Platz 80 Schilder als dezentrales Denkmal an die sukzessive Diskriminierung und Entrechtung der Berliner Juden, so auch ein paar Meter entfernt vom Eingang zu unserer neuen Residenz.


Mit unserem gut sichtbaren Türschild, das unser Emblem mit Serners Konterfei zeigt, halten wir in dieser Umgebung jetzt auch das Gedenken an den bedeutendsten deutschen Dadaisten hoch.


(Text Nikolai Venn)